Evangelische Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau

Miteinander reden - Miteinander lernen

Ausstellung:
„Reformatorinnen. Seit 1517“

Im vergangenen Jahr des Reformationsjubiläums war die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor allem auf die bekannten Persönlichkeiten wie Luther, Calvin und Zwingli gerichtet. Aber es gab viele weitere Menschen, die die Reformation zu einer weltverändernden Bewegung machten – darunter auch viele mutige und kluge Frauen, deren Impulse bisher in der Geschichtsschreibung kaum gewürdigt wurden.

Der Beitrag von Frauen zum großen Aufbruch des 16. Jahrhunderts, aus dem die protestantischen Kirchen hervorgingen, war vielfältig. Sie haben einen bedeutenden Anteil an der schnellen Ausbreitung und dem Erfolg der neuen Gedanken in Europa.

Wer sind diese Reformatorinnen?

Es handelt sich um Autorinnen, wie z.B. Argula von Grumbach, deren Flugschriften riesige Auflagenzahlen erreichten, die mit denen Luthers mithalten können, weiterhin um Frauen, die beherzt als Fürstinnen das umsetzten, was sie für wahr und richtig hielten wie Elisabeth von Calenberg-Göttingen, die eine Landeskirchenordnung und die erste protestantische Staatsethik verfasste, schließlich um Ehefrauen, die wie Katharina von Bora das reformatorische Wirken unterstützten, beförderten und materiell erst möglich machten.

Später kamen andere Rollen hinzu, die Frauen wahrnehmen konnten und in denen sie die Kirche weiterhin reformierten. Deshalb sind in der Ausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517“ auch Personen wie Friederike Fliedner dabei, Mitbegründerin der Kaiserswerther Schwesternschaft im 19. Jahrhundert, Ilse Härter, erste ordinierte Theologin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und Dorothee Sölle, die befreiungstheologische Impulse in die Kirche der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte.

Insgesamt werden 17 „Reformatorinnen“ vorgestellt. Beleuchtet werden darüber hinaus auch folgende Themen: der Zugang zu Bildung und zu geistlichen Ämtern, das Leben in Klöstern und die Möglichkeiten der Publizistik. Die Ausstellung ermöglicht Begegnungen auf verschiedene Weise: 18 Ausstellungstafeln präsentieren Bilder, Dokumente und Kurzbiographien. Acht Holzfiguren laden als Kunstinstallation im öffentlichen Raum dazu ein, sich neben sie zu setzen für ein Selfie oder eine Begegnung auf Augenhöhe.

In der Zeit vom 13. bis 22. April 2018 ist die Ausstellung montags bis samstags geöffnet von 9.30 bis 11.30 Uhr; sonntags von 11.00 bis 12.00 Uhr.

Zielgruppe: alle interessierten Personen


Vernissage mit Vortrag:
„Und sie haben auch nicht geschwiegen ...“

Dass die Reformation Männersache war, ist nur die halbe Wahrheit. Es hat Basisfrauen und Regentinnen gegeben, die ihre Kraft einbrachten und ihre Macht einsetzten für den neuen Glauben. Zurück zu den Ursprüngen wollten sie gelangen und erinnerten sich an die flachen Hierarchien der Urchristenheit. Wer die Kirche an Haupt und Gliedern in diesem Sinne reformieren wollte, musste alle mitnehmen.

Termin: Freitag, 13. April 2018, 18.00 Uhr

Referentin: Pfrin. Dagmar Gruß (Bonn)


Ein Hörspielabend für Frauen und Männer
„Frauen, die reformierten und reformieren“

An diesem Abend werden Schriftstellerinnen, Herrscherinnen und Ehefrauen von Reformatoren in eindrücklichen Hörspielsequenzen und Lichtbildern vorgestellt. Dabei besteht die Gelegenheit, durch fiktive Gespräche über Zugang zu Bildung und geistlichen Ämtern, Leben in Klöstern sowie Möglichkeiten der Publizistik Frauen aus der Zeit vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein kennenzulernen.

Die Zuhörer und Zuhörerinnen sind eingeladen, gemütlich an kleinen Tischgruppen Platz zu nehmen, damit sie zwischen den Sequenzen bei Tee und Gebäck über das Gehörte miteinander sprechen können.

Termin: Dienstag, 17. April 2018, 19.30–21.00 Uhr

Referentin: Pfrin. Dorothea Zager

Ort: Rotes Haus, Paul-Gerhardt-Saal, Römerstraße 76, Worms

Gebühren: keine

Veranstalter: Evang. Frauen im Dekanat Worms-Wonnegau und Evangelische Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau,
Römerstraße 76, 67547 Worms, Tel. 06241-87970